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Mai 31 2018

Wie sich die Komplexität der kundenindividuellen Massenproduktion beseitigen lässt

Mit der Einführung einer CPQ-Lösung alleine lässt sich die Komplexität der kundenindividuellen Massenproduktion nicht beseitigen. Wer ein CPQ-System nur als Vertriebswerkzeug einsetzt, um Angebot effizienter zu erstellen, beseitigt nicht die Ursachen der Komplexität.

Beim Configure-to-Order wird versucht, durch das Festlegen anpassbarer Parameter die Individualisierung von Produkten zu systematisieren. Die Herausforderung dabei ist: die vielen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen sind nur schwer nachvollziehbar. Bei der Abbildung dieser Wechselwirkungen im CPQ-System passieren schnell Fehler.

Die meisten CPQ-Systeme bieten keine Möglichkeit, die verschiedenen indirekten Folgen von all diesen Regeln zu überblicken. Millionen Kombinationen können nicht getestet werden. Das Resultat: das CPQ-System automatisiert das Durcheinander. Und die Komplexität bleibt.

Was können Unternehmen gegen Komplexität tun?

Die Massenproduktion ist deshalb so erfolgreich, weil Produkte und deren Produktionsprozesse sehr präzise modelliert werden können. Dies wird erreicht durch

  • eine hinreichend unmittelbare Übereinstimmung zwischen dem Modell (dem Design) und der realen Welt,
  • Tools, mit denen die Modelle in verschiedener Art und Weise bearbeitet werden können, um die Übereinstimmung zu validieren (z. B. durch 3D-Visualisierung und Prozesssimulation).

Die für die Massenproduktion eingesetzten Modelle sind kompliziert, aber präzise genug, um die Massenproduktion vorhersehbar zu machen. Deshalb ist sie auch steuerbar, mit Expertise und geeigneten Werkzeugen. Das macht die Massenproduktion so unglaublich effizient.

Configure-to-Order ist ein automatisiertes Durcheinander

Bei der Methode Configure-to-Order wird diese Lektion nicht konsequent umgesetzt. Hier geht es darum, jede einzelne Regel einfach einzugeben – und die herausfordernden Wechselwirkungen innerhalb der Konfigurationslogik zu vernachlässigen. Das Ergebnis ist ein automatisiertes Durcheinander.

Es geht auch anders. Die Konfigurationslogik kann übersichtlich dokumentiert werden, indem:

  • eine hinreichend unmittelbare Übereinstimmung zwischen dem Modell und der realen Variabilität und den Wechselwirkungen gegeben ist,
  • Werkzeuge eingesetzt werden, um ein Modell zu verarbeiten und die entsprechenden Auswirkungen zu validieren.

In entsprechenden Tools können die Modelle auch zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden und verschiedene Geschäftsabläufe unterstützen. Wir bezeichnen einen solchen Ansatz als smarte Produktdefinition und als smarte Steuerung der Produktdefinition.

Konfigurationslogik ist ein wertvoller Schatz für jedes produzierende Unternehmen

Die Konfigurationslogik ist ein wertvoller Schatz für jedes produzierende Unternehmen, das individuelle Produkte effizient fertigen will. Sie betrifft jede Entscheidung, die mit Produkten zu tun hat und von ihr hängen täglich Tausende Entscheidungen ab. Die Konfigurationslogik verdient eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit, als es heute der Fall ist.

Das Produktmanagement kann immens profitieren, wenn die Konfigurationslogik so modelliert ist, dass das Produktmanagement sie nutzen kann, um Produktentscheidungen vor der Detailkonstruktion beurteilen zu können. Auch kann das Ausmaß der erlaubten Individualisierung hinsichtlich der Profitabilität optimiert werden anstatt auf Basis von Ad-hoc-Entscheidungen, ohne Einblick in die Auswirkungen.

Effizienz und Effektivität: der "Heilige Gral" der Fertigungsindustrie

Komplexität in Produktmanagement und Engineering ist wegen potentieller Unvorhersehbarkeiten im Geschäftsumfeld nicht völlig vermeidbar. Aber produzierende Unternehmen, die wissen, wie die Konfigurationslogik gesteuert werden muss, können Komplexität aufgrund von Individualisierung ausschließen.

Sie machen die Individualisierung so effizient wie die Massenproduktion und profitieren von den Vorteilen der individuellen Massenproduktion und der Methode Configure-to-Order.

Unternehmen, welche die Konfigurationslogik beherrschen, verbessern ihre Geschäftsabläufe in Sachen Effizienz und Effektivität. Und das ist der "Heilige Gral" der Fertigungsindustrie.

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